Freitag, 21. November 2008

System contra Gesundheit

Jetzt muss ich doch wieder was unangenehmes erzählen, anstelle der lustigen Arbeitsgeschichten. Ich war nämlich nur am Montag arbeiten und seit dem lag ich hauptsächlich im Bett und hab mich von Antibiotika ernährt. Mir blieb natürlich nichts anderes übrig, als mein „heißgeliebtes“ spanisches Gesundheitssystem in Anspruch zu nehmen. Viele von euch wissen, dass meine Erfahrungen damit nicht allzu gut sind. Auch diesmal lief das Ganze nicht ideal. Immerhin lief in der Notaufnahme alles gut, ich musste nicht ewig warten (es war aber auch vor 8 Uhr Morgens) und ich wurde vernünftig untersucht. Die Probleme begannen erst als ich eine Krankschreibung wollte. Diese werden nicht im Krankenhaus ausgestellt, sondern ausschließlich vom Hausarzt. Also hab ich mich auf den Weg ins Gesundheitszentrum gemacht. Leider konnte man mir dort nicht helfen, weil mir kein Hausarzt zugeteilt wird solange ich keine Gesundheitskarte habe. In meiner Naivität dachte ich es sei ausreichend in die Krankenversicherung einzutreten und zu zahlen. Nachdem man in die Krankenversicherung eingetreten ist, muss man eine Gesundheitskarte beantragen. In meinem Fall muss ich mich auch noch vorher im Rathaus anmelden. Auch hier hab ich die spanische Bürokratie unterschätzt, als ich es für ausreichend hielt mich als Einwohnerin Spaniens anzumelden und meine Adresse anzugeben. Ich muss mich extra nochmal in Santiago anmelden. Also zusammenfassend: ohne Anmeldung in Santiago kein Antrag für eine Gesundheitskarte, ohne diese kein Hausarzt und ohne den keine Krankschreibung. Ich war mal wieder ziemlich wütend aufs System, einfach unglaublich in der Krankenversicherung zu sein und wegen blödem Papierkram wird man nicht krank geschrieben. Mariano hat mich davor gerettet diese Wut irgendwann an braven Beamten auszulassen. Er hat den ganzen Papierkram übernommen und seit heute sind wir beide im Besitz der besagten Gesundheitskarte, beim nächsten Mal kann ich also offiziell zu Hause bleiben. Zum Glück scheint mein Arbeitgeber sehr vernünftig zu sein, sowohl die Sekretärin, als auch meine Chefin meinen das sei kein Problem.
Inzwischen ist das Fieber weg, ich kann fast wieder schlucken und auch atmen. Ich hab 2 ½ Tage fast nur geschlafen. Allerdings ist Mariano ein sehr strenger Krankenpfleger und hat mir auch nichts anderes erlaubt. Jetzt hab ich noch das Wochenende um wieder fit zu werden, damit ich am Montag wieder den ganzen Tag laufen und Leute bequatschen kann.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

so hier alter... nu sag mal an, wieder fit? wenn du so schreibst, seh ich schon die konsequenzen kommen: radikaler umsturz in SS-panien. ruf als erstes doch mal den gebärstreik aus. darin hast du ja schon theoretische erfahrungen gesammelt. ruf mich vorher an dann mach ich auch mit!